Konzept

Offene _Naehwerkstatt

Am Anfang stand nur die Idee unser Können als Modedesignstudent_innen so ein setzen zu können, dass es zu einer solidarischeren Gesellschaft beitragen würde. Unsere Inspiration war Mark Kustos, ein New Yorker Friseur, der sich einmal die Woche frei nahm um kostenfrei Obdachlosen auf den Straßen die Haare zu schneiden.

Für uns ist es offensichtlich, dass es viele Menschen gibt, die keinen oder nur eingeschränkten Zugang zu Kleidung haben. Gerade Wohnungslose oder Geflüchtete Menschen verfügen nicht über das Geld und_oder die Bewegungsfreiheit sich Kleidung kaufen zu können. Kaufen, das bedeutet hier: sich selbst aussuchen, wirklich gebrauchen und dass sie auch passt.

Wir wollten eine solche Möglichkeit schaffen: Genau diesen Menschen Zugang zu der Kleidung, die sie wollen und brauchen! Ein Schneiderservice für Menschen, die auf Kleiderspenden angewiesen sind – die Grundidee.

In diesem Zusammenhang brauchen wir nicht nur einen Arbeitsplatz um dieser Aufgabe nach zu kommen – wir spannten die Idee weiter und beschlossen einen offenen Arbeitsraum für die Gemeinschaft zu schaffen, an dem mehr stattfinden konnte als lediglich unser Nähen für andere Menschen. Jede_r soll die Möglichkeit bekommen gegen Spende  oder kostenfrei Maschinen und Materialien zu nutzen. Und gerade Letzteres gibt es en masse: Sei es das Übermaß an Altkleidung, die jeden Tag weggeschmissen oder gespendet wird oder die Stoffreste von Designern und Modefirmen aller Art. Wir wollen hier eingreifen und aus den Resten neues schaffen.

Doch nach der Auseinandersetzung mit Menschen, die mit Menschen unserer Zielgruppe arbeiteten wurde langsam klar, dass wir unser Konzept etwas ändern bzw. erweitern sollten.

 

Wir wollen auch die Grundlage zur Selbstorganisation innerhalb des Nähhandwerks bieten. Das heißt vor allen Dingen Geflüchteten Menschen deren Beruf vielleicht der einer Schneider_in, Designer_in oder Schnittmacher_in ist, den Raum und das Equipment bieten, diese Tätigkeit wieder ausübet zu können. Ob das in Form von Workshops sein wird, in denen sie anderen etwas beibringen können oder sie für sich selbst oder andere Kleidung fertigen – es gibt viele Wege!

 

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